
Jesus hat mich nicht von meiner Hochsensibilität geheilt. Er hat mich auch nicht weniger sensibel gemacht. Ich nehme immer noch viel wahr. Ich fühle intensiv. Mein Körper reagiert schnell auf Reize, Spannungen und das, was um mich herum passiert.
Aber Jesus hat verändert, wie ich damit lebe.
Im letzten Blog habe ich dir erzählt, wie lange ich dachte, meine Sensibilität wäre ein Problem, das ich irgendwie lösen müsste. Heute sehe ich sie anders. Meine Hochsensibilität ist nicht meine Identität. Meine Identität finde ich in Christus. Aber meine Sensibilität ist etwas, das Gott mir anvertraut hat und mit dem ich lernen darf, gut umzugehen. Und dabei ist Jesus für mich inzwischen unverzichtbar geworden.
Hier sind fünf Gründe, warum ich als hochsensible Frau Jesus brauche.
1. Weil Jesus verändert hat, wie ich mich selbst sehe
Jahrelang war eine meiner tiefsten Überzeugungen: Mit mir stimmt etwas nicht.
Ich bin zu sensibel. Zu emotional. Zu viel. Zu anders. Und wenn du dich selbst jahrelang durch diese Brille siehst, versuchst du irgendwann automatisch, dich zu korrigieren.
Ich habe mich angepasst. Mich kleiner gemacht. An mir gearbeitet. Mich optimiert. Immer mit der Hoffnung, irgendwann an einem Punkt anzukommen, an dem ich endlich denke:
So. Jetzt bin ich richtig.
Mit Jesus hat sich diese Perspektive verändert. Denn plötzlich war die entscheidende Frage nicht mehr: Wie müsste ich sein, damit ich endlich okay bin? Sondern: Wie sieht Gott mich eigentlich?
Und diese Frage führt mich bis heute immer wieder zurück zu meiner Identität.
Nicht: Ich bin die Hochsensible.
Nicht: Ich bin die Schwierige.
Nicht: Ich bin die Frau, der alles zu viel ist.
Meine Identität liegt in Christus. Und von dort aus darf ich auf meine Sensibilität schauen. Nicht als Definition meiner Person. Sondern als etwas, das zu mir gehört und das ich gut verwalten lernen darf.
Aus: Mit mir stimmt etwas nicht. wurde dadurch langsam: Gott hat sich tatsächlich etwas dabei gedacht, als er mich gemacht hat.
Und WOW. Das verändert, wie man mit sich selbst umgeht.
2. Weil ich nicht mehr alles alleine tragen muss
Wenn du viel wahrnimmst, kann sich das Leben ziemlich laut anfühlen. Geräusche. Stimmungen. Konflikte. Unausgesprochene Erwartungen. Die Emotionen anderer Menschen. Und ich hatte lange nicht nur das Gefühl, all das wahrzunehmen.
Ich fühlte mich dafür verantwortlich.
Wenn jemand schlechte Laune hatte, wollte ich wissen, warum. Wenn irgendwo Spannung war, wollte ich sie lösen. Wenn es jemandem schlecht ging, wollte ich helfen. Und wenn ich etwas nicht verändern konnte, nahm ich es trotzdem mit nach Hause. Das ist ziemlich viel Zeug für einen einzigen Menschen. 😂
Mit Jesus lerne ich etwas, das für mich bis heute riesig ist: Ich darf abgeben.
Ich darf wahrnehmen, dass etwas da ist, ohne es automatisch tragen zu müssen. Ich darf mitfühlen, ohne eine Lösung zu haben. Ich darf eine Situation nicht verstehen und sie trotzdem Gott überlassen. Und ich darf auch selbst diejenige sein, die gerade Unterstützung braucht.
Das klingt vielleicht banal. Für eine Frau, deren innere Strategie jahrelang „Ich brauche niemanden“ war, ist es das definitiv nicht. Ich muss nicht alles alleine halten. Ich darf mich halten lassen.
3. Weil ich mich bei Jesus nicht erklären muss
Vielleicht kennst du solche Sätze: „Jetzt stell dich nicht so an.“ „So schlimm war das doch gar nicht.“ „Du bist einfach zu sensibel.“
Wenn du oft genug hörst, dass deine Reaktion nicht zu dem passt, was andere für angemessen halten, passiert irgendwann etwas. Du beginnst, deiner eigenen Wahrnehmung nicht mehr richtig zu vertrauen.
War das wirklich viel? Darf mich das verletzen? Übertreibe ich gerade? Warum trifft mich das überhaupt so?
Ich habe mich lange entweder erklärt oder zurückgezogen. Bei Jesus habe ich etwas anderes erlebt.
Ich muss ihm nicht erst beweisen, warum etwas für mich schwer ist.
Er kennt mich bereits. Er kennt meine Geschichte. Meine Gedanken. Meinen Körper. Meine Grenzen. Die Dinge, für die ich selbst manchmal noch keine Worte habe. Das bedeutet nicht, dass jede meiner Wahrnehmungen automatisch richtig ist.
Auch das finde ich wichtig. Ich darf mich korrigieren lassen. Ich darf lernen. Ich darf Dinge falsch einschätzen. Aber ich muss mich nicht erst verständlich genug machen, um zu ihm kommen zu dürfen.
Ich kann erstmal kommen. Und von dort aus gemeinsam mit ihm hinschauen. Für mich ist das bis heute eine der sichersten Erfahrungen überhaupt.
4. Weil Liebe für mich heute auch Grenzen bedeutet
Das war ein BIG ONE. 😂 Denn ich habe Mitgefühl lange mit Verantwortung verwechselt. Wenn ich spüre, dass es jemandem schlecht geht, muss ich helfen. Wenn jemand enttäuscht von mir ist, habe ich etwas falsch gemacht. Wenn jemand etwas von mir braucht, sollte ich es geben. Wenn ich Nein sage und der andere traurig ist, muss ich mein Nein vielleicht nochmal überdenken.
Und irgendwann wusste ich kaum noch: Was gehört eigentlich zu mir – und was gehört zum anderen? Ich dachte lange, grenzenlose Verfügbarkeit wäre besonders liebevoll.
Heute sehe ich das anders. Mitgefühl ohne Grenzen ist nicht automatisch Liebe.
Ich darf jemanden lieben, ohne seine Verantwortung zu übernehmen. Ich darf helfen, ohne mich selbst dabei zu verlieren. Ich darf Nein sagen und den anderen trotzdem lieben. Ich darf jemanden enttäuschen, ohne automatisch etwas falsch gemacht zu haben. Und ich muss definitiv nicht jeden Menschen retten.
Diesen Job hat Jesus bereits übernommen. 😂
Gerade für meine Sensibilität war diese Erkenntnis riesig. Denn gute Verwalterschaft bedeutet für mich heute auch: Ich darf unterscheiden, was mir gehört – und was ich wieder abgeben darf.
5. Weil ich meiner Wahrnehmung nicht mehr ausgeliefert bin
Dieser Punkt ist für mich sehr persönlich. Ich glaube, dass wir Menschen körperliche, seelische und geistliche Wesen sind. Und ich habe in meinem eigenen Leben erlebt, dass manches von dem, was ich wahrnehme, für mich auch eine geistliche Dimension hat.
Nicht alles. Manchmal ist ein komisches Gefühl einfach ein komisches Gefühl. 😂 Manchmal bin ich überreizt. Müde. Hungrig. Mein Nervensystem ist aktiviert. Oder ich interpretiere eine Situation schlicht falsch.
Aber ich habe auch Situationen erlebt, in denen ich gespürt habe: Hier ist noch etwas anderes. Früher hat mir das wahnsinnige Angst gemacht. Denn ich nahm Dinge wahr, die ich nicht einordnen konnte – und fühlte mich ihnen gleichzeitig ausgeliefert. Heute muss ich nicht mehr auf jede Wahrnehmung sofort reagieren.
Ich darf prüfen. Ich darf beten. Ich darf Gott fragen. Ich darf etwas stehen lassen, wenn ich es gerade nicht verstehe.
Und vor allem weiß ich, wem ich vertraue. Das ist für mich ein riesiger Unterschied. Meine Sensibilität ist nicht verschwunden. Aber ich muss nicht mehr vor allem Angst haben, was ich wahrnehme.
Meine Wahrnehmung führt mich nicht. Jesus tut es. Und genau das gibt meiner Sensibilität heute einen sicheren Rahmen.
Ich nehme immer noch viel wahr. Aber ich trage es anders.
Vielleicht ist das die größte Veränderung überhaupt. Jesus hat mich nicht weniger sensibel gemacht. Ich nehme immer noch Spannungen wahr. Ich brauche immer noch Grenzen. Manchmal ist mir immer noch alles zu viel. Und ich lerne immer noch, meine Sensibilität gut zu verwalten.
Aber ich lebe heute aus anderen Wahrheiten.
Ich bin gewollt.
Ich darf abgeben.
Ich bin verstanden.
Ich darf Grenzen haben.
Ich bin sicher in Jesus.
Und trotzdem gab es irgendwann ein Problem. 😂 Denn nur weil ich diese Dinge wusste, bedeutete das noch lange nicht, dass ich in meinem Alltag automatisch danach reagiert habe.
Mein Kopf konnte längst wissen: Ich bin sicher. Und mein Körper ging trotzdem in Alarm.
Ich konnte wissen: Ich darf Grenzen setzen. Und mein Mund sagte trotzdem wieder Ja.
Ich konnte glauben: Ich muss nicht alles alleine tragen. Und mich dabei erwischen, wie ich innerlich schon wieder die Verantwortung für alles und jeden übernommen hatte.
Und DAS wurde für mich irgendwann richtig spannend. Denn offensichtlich gibt es einen Unterschied zwischen: eine Wahrheit kennen und aus dieser Wahrheit leben.
Genau diese Lücke hat mich irgendwann zu einer Frage geführt, aus der später Bible Embodiment™ entstanden ist: Wie wird Gottes Wahrheit von etwas, das ich weiß, zu etwas, das ich tatsächlich verkörpere?
Und genau darum geht es im nächsten Blog.
→ [Was ist Bible Embodiment? Warum Gottes Wahrheit nicht nur im Kopf bleiben darf] 💛

Hiii, ich bin Vanessa Schmitz, die Gründerin von Bible Embodiment™ – einer Bewegung für Frauen, die Gottes Wahrheit nicht nur erkennen, sondern so verkörpern wollen, dass sie in ihrer Körperhaltung, ihren Nervensystemreaktionen und ihrer Zyklusgesundheit sichtbar wird.
Mit der Embodied Truth Method™ bewegen wir Gottes Wahrheit von der Erkenntnis zur Verkörperung – damit unser Leben zeigt, wie gut Gott ist.
