Lange Zeit war ich überzeugt, dass mit mir etwas nicht stimmt. Nein, eigentlich noch schlimmer:

Ich dachte, ich wäre kaputt. Verflucht. Gestört.

Die meiste Zeit wusste ich nicht einmal, dass es für das, was ich erlebt habe, überhaupt einen Namen gibt. Ich wusste nur, dass ich anders bin. Dass Dinge, die für andere völlig normal schienen, mich an meine Grenzen gebracht haben.

Warum ist mir alles zu viel? Warum fühlt sich Nähe wie eine Bedrohung an? Warum treffen mich Geräusche, Stimmungen und unausgesprochene Erwartungen so tief? Warum fühlt sich das Leben für mich oft intensiver an als für andere?

Ich hatte keine Antworten. Nur diesen einen Gedanken, der sich durch mein ganzes Leben gezogen hat:

Mit mir stimmt etwas nicht.

Jemand läuft hinter mir. Jemand kaut Kaugummi in meiner Nähe. Jemand schaut mich länger an als gewöhnlich. Für viele Menschen sind das völlig alltägliche Situationen. Für mich haben sie sich wie Alarmzustände angefühlt.

Und noch schwieriger waren die Dinge, die man nicht sehen kann: Unausgesprochene Konflikte. Unterdrückte Emotionen. Spannungen im Raum. Ich habe sie nicht einfach wahrgenommen.

Ich habe sie gespürt.

Tief. Ungefiltert. Als würden sie direkt durch mich hindurchgehen. Damals hatte ich weder Worte dafür noch Werkzeuge, um damit umzugehen. Also zog ich eine Schlussfolgerung:

Ich muss falsch sein.

Als ich zum ersten Mal von Hochsensibilität hörte

Irgendwann stolperte ich über den Begriff Hochsensibilität. Und zum ersten Mal in meinem Leben war da dieses tiefe Aufatmen. Plötzlich ergab so vieles Sinn. Ich begann, mich selbst besser zu verstehen. Und langsam auch, mich selbst ein kleines bisschen freundlicher anzusehen.

Doch dieser Frieden hielt nicht lange. Eine damalige Mentorin sagte zu mir: „Hochsensibilität gibt es nicht. Wir müssen einfach unseren Lifestyle ändern.“ Und sofort war sie wieder da. Diese alte Überzeugung:

Ich mache nicht genug. Ich muss mich mehr anstrengen. Ich muss mich verändern. Ich muss mich noch mehr heilen.

Also begann die nächste Reise: Die Reise der Selbstoptimierung.

Noch ein Buch. Noch eine Methode. Noch ein Coaching. Noch mehr Arbeit an mir selbst. Ich wollte verstehen, warum ich so bin. Vor allem aber wollte ich lernen, wie ich endlich anders werden kann.

Heute weiß ich: Die entscheidende Frage war nie: Wie werde ich meine Hochsensibilität los?

Sondern: Wie kann ich gesund mit dem umgehen, was Gott mir anvertraut hat? Und dieser Unterschied hat für mich alles verändert.

Meine Sensibilität musste nicht repariert werden

Denn irgendwann habe ich verstanden: Meine Sensibilität ist nicht meine Identität. Meine Identität finde ich in Christus. Aber Sensibilität ist etwas, das zu mir gehört. Etwas, das Gott mir anvertraut hat. Und damit verschob sich mein Blick komplett.

Ich musste nicht mehr ständig überlegen: Wie werde ich weniger sensibel? Mich interessierte plötzlich: Wie werde ich eine gute Verwalterin meiner Sensibilität?

Denn ja – ich nehme viel wahr. Ich spüre Stimmungen schnell. Mein Körper reagiert intensiv. Ich brauche Grenzen. Ich brauche Rückzug.

Ich darf lernen zu unterscheiden, welche Emotionen eigentlich meine sind und welche ich gerade bei jemand anderem wahrnehme. Ich darf meine Reizmenge ernst nehmen. Ich darf lernen, was mein Nervensystem braucht. Und ich darf aufhören, jede Spannung, jedes Problem und jedes Gefühl eines anderen Menschen automatisch zu meiner Verantwortung zu machen.

Das alles macht meine Sensibilität für mich nicht zu einem Fehler. Es macht sie zu etwas, mit dem ich verantwortungsvoll umgehen darf. Und genau das hätte ich so gerne früher verstanden.

Warum Jesus für mich alles verändert hat

Als mir Jesus das erste Mal begegnet ist, war meine Reaktion ziemlich eindeutig: Was für Jesus? Ich brauche keinen Jesus. 😂

Und wenn ich ehrlich bin, war genau dieses Wort mein Problem: Brauchen.

Ich hatte früh gelernt, mich auf niemanden zu verlassen. Also wurde: Ich brauche niemanden. zu meiner Überlebensstrategie. Und irgendwann sogar zu: Ich darf niemanden brauchen.

In meiner New-Age-Zeit wurde diese Überzeugung nur noch stärker. Von überall hörte ich: Alles liegt bereits in dir. Du kannst dich selbst heilen. Du kannst dich selbst retten. Du erschaffst deine eigene Realität.

Und genau das habe ich versucht. Jahrelang. Ich habe versucht, mich selbst zu heilen. Mich selbst zu retten. Mich selbst zu erlösen. Und rückblickend denke ich manchmal:

Wie viel Druck hätte ich mir ersparen können, wenn ich früher verstanden hätte, dass ich gar nicht dazu geschaffen wurde, alles alleine zu tragen?

Gerade als hochsensible Frau.

Hochsensibilität verstehen bedeutete für mich irgendwann: Verwalterschaft

Jesus hat meine Sensibilität nicht plötzlich verschwinden lassen. Ich nehme immer noch viel wahr. Ich fühle intensiv. Mein Körper meldet sich ziemlich eindeutig, wenn etwas zu viel wird. 😂

Aber ich schaue heute anders darauf. Denn ich muss mich nicht mehr selbst retten. Ich muss nicht jede Situation kontrollieren. Ich muss nicht jede Stimmung im Raum zu meiner machen. Ich muss nicht für jeden Menschen Verantwortung übernehmen. Und ich muss meine Sensibilität auch nicht zum Mittelpunkt meiner Identität machen.

Ich darf sie verwalten. Das bedeutet für mich: wahrnehmen, ohne alles zu übernehmen. Mitfühlen, ohne mich selbst zu verlieren. Grenzen setzen, bevor mein Körper irgendwann die Notbremse zieht. Ruhe ernst nehmen. Unterscheiden lernen.

Und vor allem: Das, was ich wahrnehme und trage, immer wieder zu Gott bringen. Das ist heute meine Perspektive auf Hochsensibilität. Nicht: Wie werde ich endlich weniger davon? Sondern: Wie gehe ich gut mit dem um, was Gott mir anvertraut hat?

Und genau darin ist aus etwas, das sich für mich jahrelang wie ein Fluch angefühlt hat, langsam etwas geworden, das ich heute sogar als Gabe sehen kann.

Warum ich als hochsensible Frau Jesus brauche

Ich dachte lange, ich müsste einfach lernen, mit meiner Hochsensibilität alleine klarzukommen. Heute glaube ich etwas völlig anderes. Gerade weil ich so viel wahrnehme, brauche ich einen Ort, an dem ich abgeben kann.

Gerade weil ich tief fühle, brauche ich jemanden, bei dem ich mich nicht erklären muss.

Gerade weil Grenzen für mich lange schwierig waren, brauche ich eine andere Vorstellung davon, was Liebe eigentlich bedeutet.

Und gerade weil ich nicht alles verstehen oder einordnen kann, was ich wahrnehme, brauche ich jemanden, dem ich trotzdem vertrauen kann.

Für mich ist dieser Jemand: Jesus.

Und deshalb glaube ich inzwischen tatsächlich: Als hochsensible Frau geht es für mich nicht ohne ihn.

Warum? Dafür habe ich fünf ziemlich konkrete Gründe. 😄

→ [5 Gründe, warum ich als hochsensible Frau Jesus brauche] 💛

Hiii, ich bin Vanessa Schmitz, die Gründerin von Bible Embodiment™ – einer Bewegung für Frauen, die Gottes Wahrheit nicht nur erkennen, sondern so verkörpern wollen, dass sie in ihrer Körperhaltung, ihren Nervensystemreaktionen und ihrer Zyklusgesundheit sichtbar wird.

Mit der Embodied Truth Method™ bewegen wir Gottes Wahrheit von der Erkenntnis zur Verkörperung – damit unser Leben zeigt, wie gut Gott ist.